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Mittwoch, den 23. Mai 2012 um 10:42 Uhr

Event im Zeichen der Politik?

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Der Grand Prix d’ Eurovision steht wieder ins Haus, und anders als in jedem anderen Jahr, gibt es viel Kritik schon im Vorhinein. Das Event steigt diesjährig in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Das Land als Vorjahressieger verkörpert ein Regime, welches Menschenrechtsverletzungen begeht und somit von vielen als Austragungsort nicht in Frage kommen würde.

Musik als Kunst ist unabhängig

Die politischen Entwicklungen einmal beiseite: So, wie im Sport auch, gilt bei internationalen Musikevents eine gewisse separate Betrachtung. Denn in erster Linie hat die Musik wenig mit Politik zu tun. Auch wenn viele Künstler mit Sicherheit den Weg der Musik gehen, um verdeckte oder auch offene Kritik an einem Regime zu üben, kann das nicht der Grund sein, um ein Event nicht stattfinden zu lassen.

Umgekehrt darf es jedoch auch nicht im Interesse eines Regimes sein, ein politisch unmotiviertes Event dazu zu nutzen, um Gegner auszuschalten. Dennoch kam es nun zu Festnahmen nach einem Konzert im Rahmen der beginnenden Festlichkeiten rund um den Contest. Das wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf die Veranstalter. Denn trotz der Annahme, dass Politik und Musik nicht zusammengehören oder sich nicht wechselseitig aufeinander auswirken sollen, muss man hinter diesem Hintergrund die Statuten vielleicht ein wenig überdenken.

Die Musik bleibt

Man kann sich aber ungeachtet dessen auf eine Vielzahl an interessanten Interpretationen bei dem Event freuen. Eine stimmgewaltige Sängerin aus Albanien gilt als heißer Titelfavorit und ein österreichischer Komiker versucht sein Glück mit einer „Lachnummer“, während Altmeister Ralph Siegel für San Marino einen Titel geschrieben hat.

Der Hip-Hopper Thomas D formulierte die Doppelseitigkeit von Politik und Musik wahrscheinlich am Besten: „Wenn nicht der Künstler selber sagt, ich bin ein politischer Musiker, dann soll er auch nicht zum Instrument der Politik werden. Musik ist viel mehr. Auch die Kunst ist frei - und das muss sie bleiben.“

Bild: Eurovision von jonasoosthassel, CC-BY

Letzte Aktualisierung am Dienstag, den 28. August 2012 um 11:31 Uhr

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