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Dienstag, den 03. August 2010 um 07:24 Uhr

20 Jahre = 20 Staffeln – Die Simpsons Featured

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Nach nunmehr 20 Jahren scheint Matt Groening noch lange nicht genug zu haben. Das freut die Simpsonsfans natürlich. Und mich auch, da ich was zu schreiben habe. Aber sehen wir es andersherum. Die amerikanische Gesellschaft hat einem wie Matt Groening 20 Jahren lang genug Stoff für Zeichnungen und Dialoge geliefert und wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch 20 weitere Jahre tun. Was mir auch als regelmäßiger Verfolger der Serie entgegenkommt. Die Eingefleischten unter Euch haben vermutlich die 20. Staffel schon so oft gesehen, dass sie diese genau wie die anderen schon mitsprechen können.

Aber trotzdem: wer die vorherigen 19 Staffeln für den heimischen DVD-Player hat, der wird auch um die neue nicht herumkommen. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie erscheinen nämlich am 17. September in der 20. Staffel auf DVD (eventuell sogar auf Blu-ray). Die fünfköpfige, gelbe Familie gilt als erfolgreichste Zeichentrickserie aller Zeiten, was angesichts der 22. Staffel, die gerade im Fernsehen läuft und schlanken 420 Episoden, die zurzeit auf DVD erhältlich sind, nicht großartig überrascht. Die Simpsons gelten aber auch als eine der anspruchsvollsten Gesellschaftssatiren.

So, jetzt werden die ungeübten Betrachter fragen: „Warum anspruchsvoll? Und warum nennen sich die Simpsons eigentlich Gesellschaftssatire?“ Nun ja, auf den ersten Blick ist es eine Zeichentrickserie, die wohl eher dem jüngeren Publikum zusagen würde. Dazu passt, dass es eine Vielzahl an Running Gags gibt wie die Würgeszene von Homer an Bart, Homers „Neeiiiin“ und Marges typisches Brummen. Außerdem gibt es teilweise auch Szenen, die sinnfrei aus dem Zusammenhang gegriffen werden. Die Anzahl davon ist aber sehr überschaubar. Daneben gibt es auch noch einige Slapsticks, die aber nicht nur für die jüngere Generation gedacht sind. Auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten.

Deshalb können sich die Simpsons ohne Weiteres Gesellschaftssatire nennen: Matt Groening zeigt auch in der 20. Staffel wieder schonungslos die gesellschaftlichen Verhältnisse und daraus entstehenden Probleme auf. Ohne Umschweife werden seit der ersten Staffel typische amerikanische Gesellschaftsbilder projiziert. So bleibt Homer auch weiterhin der teils treudoofe, patriotische Amerikaner. Lisa stellt auch weiterhin die hochintelligente Außenseiterin in einem Gesellschaftssystem dar, welches hauptsächlich nach materiellen Werten misst. Maggie ist in der 20. Staffel alt genug und wird eingeschult. Die Vermittlung auf dieser durchschnittlichen Schule ist, dass gesellschaftliche Mittelschicht ausreicht und man nicht zwingend intelligent sein muss.

Ein weiterer Punkt, warum die Simpsons auch für ältere Generationen geeignet sind, ist der, dass auch ältere Filme und Serien mit eingearbeitet oder durch den Kakao gezogen werden. Jugendlichen sind meist diese Filme nicht mehr bekannt. Auch politische und wirtschaftliche Aspekte werden von Groening gerne aufgegriffen. So stellt Bürgermeister Quimby gerne den korrupten Politiker dar, der es mit der Ehrlichkeit nicht allzu wörtlich nimmt und meist nur sein eigenes Wohl im Vordergrund sieht. Das hinter den Simpsons mehr steckt als eine fünfköpfige gelbe Familie, ist auch dem Essayband Die Simpsons und die Philiosophie zu entnehmen. In diesem zeigen 13 US-Autoren die Verbindungen einzelner Charaktere zu den großen Philosophen und Philosophien des Abendlandes. Folgt Bart Nietzsches Fußstapfen? So könnte man noch einige Diskussionspunkte weiter aufführen, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

zuletzt bearbeitet am Dienstag, den 03. August 2010 um 09:57 Uhr

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