Frisch gewagt, ist halb gewonnen. Dies lässt sich mit Leichtigkeit über den Film Bedways von RP Kahl sagen. Der Regisseur wagt sich äußerst gewagt – für den deutschen Film wirklich frisch und originell – an das Thema Erotik heran. Filme wie Intimacy vom französischen Regisseur Patrice Chéreau und 9 Songs von Michael Witterbottom haben den Anfang der Arthouse-Pornographie gemacht, wie auf kino-zeit zu lesen ist.
In dem deutschen Fim Bedways treffen sich Marie, Hans und Nina in einem heruntergekommen Berliner Apartment. Nina möchte ohne Drehbuch, geschweige denn einer Idee, einen Film mit ihrem Ex-Liebhaber und einer jungen Schauspielerin drehen. Thema: Sex und Gefühl. Dass dies, gerade in einer Dreierkombo, noch schwieriger ist, als ohnehin schon, ist klar. Und so lassen Eifersucht, Schmerz und Liebe nicht lange auf sich warten, sodass die extatische Stimmung schnell in eine angespannte und schließlich explosive umschlägt. Es sind weniger die nackten Körper, die RP Kahl in Bedways so aufregend inszeniert, sondern vielmehr die blank gezogenen Seelen.
Diesen Donnerstag nimmt auch die Verfilmung der Stieg Larsson Millenium Triologie mit dem dritten und letzten Teil ihren finalen Endpunkt. Auf Verblendung und Verdammnis folgt nun die Vergebung, wobei mir Lisbeth Salander nicht zu vergeben scheint, sondern vielmehr auch alles zu Ende bringt. Am Ende des zweiten Teils kam es zum großen Showdown zwischen Lisbeth und ihrem Vater Zala, den beide nur schwer verletzt überlebten.
Der Mord an Lisbeths perversen Vormund Niels Burmann sowie einem Journalisten und seiner Freundin, die an einer Story über Mädchenhandel gearbeitet haben, wird Lisbeth Salander (Noomi Raapace) in die Schuhe geschoben. Es obliegt nun Mikael Blomkvist die Unschuld, der im Krankenhaus liegenden Lisbeth zu beweisen. Doch dafür muss er tiefer in ihre Geschichte eintauchen und bedarf auch ihrer Hilfe. In Vergebung erfahren wir nun endlich, warum Lisbeth so ist, wie sie ist und wie wenig der Einzelne zählt, wenn der Staat auf die Wahrung von Geheimnissen bedacht ist. Der Regisseur Daniel Alfredson versteht es sämtliche Erzählstänge aufzunehmen und zu einem stimmigen Ganzen zu verweben, sodass Vergebung wirklich einen fulminaten Schlusspunkt der Triologie darstellt und nicht nur Leser der Bücher in die Kinos locken wird.













